Peking: Tor des Himmlischen Friedens

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Das Tor des Himmlischen Friedens steht inmitten von Peking. Es diente über fünfhundert Jahre als Eingang zur kaiserlichen Palaststadt, dessen Zutritt nur Aristokraten gestattet war. Von der Tribüne proklamierte Mao Zedong hat am 1. Oktober 1949 die Volksrepublik China.
Bevor ich zum Tor komme, muss ich mich in die Schlange zur Sicherheitsüberprüfung einreihen. Körper und Taschen werden durchleuchtet, wie man es von Kontrollen an Flughäfen oder anderen gesicherten Einrichtungen kennt. 

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Im Abstand von wenigen Metern stehen immer wieder Paare junger Polizisten. Sie scheinen ein Art Ehrenwache zu bilden. In militärischer Strenge erlauben sie es sich kaum, mit den Augen in verschiedene Richtungen zu gucken. Ihre Körperhaltung ist streng und in 45° zum Bordstein ausgerichtet. Ob sie wohl eingreifen würden, wenn es einen Anlass dazu gäbe?
Gegenüber sehe ich, wie eine ältere Frau von mehreren Polizisten ins Visier genommen wird. In ihren Taschen könnte sie Dinge haben, die sie vor dem Tor verkaufen möchte. Die Polizisten tragen unterschiedliche Uniformen, was sie als Mitglieder verschiedener Einheiten ausweist. Das Gespräch scheint freundlich zu verlaufen, doch habe ich das Gefühl, dass es auch kippen könnte.

Eine Rekonstruktion

Am Tor des Himmlischen Friedens

Das Torgebäude, dass sich uns heute zeigt, ist eine Rekonstruktion. Unter dem Vorwand, das Gebäude zu renovieren, wurde dieses 1969 abgedeckt und unter der Hülle heimlich abgerissen – ein Vorgang, der erst dreißig Jahre danach publik wurde. Der Charme des Originalen mit Spuren der Jahrhunderte bleibt bei derartigen Aktionen leider immer auf der Strecke. 
Über dem Eingang hängt das berühmte Portrait Maos, links und rechts davon Schriftbänder: Lang lebe die Volksrepublik China! Und: Lang lebe die große Einheit der Völker der Welt!

Am Tor des Himmlischen Friedens

Für Besucher*innen ist es eins der Fotos, die in Peking aufgenommen werden müssen: sich selber, die Familie und Freunde vor dem Mao Bildnis am Tor des Himmlischen Friedens.

Das Tor wird – wie schon die Zufahrt – von einer Ehrengarde bewacht. Ergänzt wird diese von Männern in schwarzen Hosen, hellblauen Hemden und dunklen Sonnenbrillen, die sich dadurch den Habitus von Mitarbeitern eines Geheimdienstes geben oder es auch sind.

Das Tor des Himmlischen Friedens ist das nationale Symbol Chinas. Es erscheint im Staatswappen und die Polizei und der vermeintliche Geheimdienst haben dafür zu sorgen, dass sich hier keine ungewollten Aktionen ereignen – die von 1989 wirken bis heute nach.

Maos Bildnis
Am Tor des Himmlischen Friedens

Mao Zedong 2017

Das Maobild ist mit 6,4 x 5 Metern das wohl größte öffentlich ausgestellte Herrscherportrait überhaupt. Zudem ist es das weltweit am häufigsten reproduzierte Bildnis eines Menschen – obwohl es stetem Wandel unterliegt.
Durch seine Präsentation im Freien ist das Bild permanenten Umwelteinflüssen ausgesetzt und es wird daher jedes Jahr erneuert. Der Maler Ge Xiaoguang hat diese Aufgabe 1977 von seinem Lehrer übernommen und malt seitdem jährlich ein neues Portrait.
Da ich das Bildnis 2015 und 2017 fotografiert habe, kann ich einen Vergleich ziehen und sehen, dass sich das Bildnis sehr verändert hat: links oben das von 2015, rechts zwei Jahre später. Interessant wäre hier ein Vergleich aller Maoportraits seit 1950. Ge Xianoguang sagt in einem Interview, dass er die abgenommenen Portraits stets vernichten würde. Aber es gibt sicherlich unzählige Fotos.

Der Tiananmen-Platz

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Wenn ich dem Maoportrait den Rücken zuwende, blicke ich auf den Platz (am Tor) des Himmlischen Friedens (Tiān’ānmén Guǎngchǎng) oder kurz den Tiananmen-Platz. Diesen Platz erkunde ich im nächsten Beitrag.

> Der Link zum nächsten Beitrag befindet sich ganz unten auf dieser Seite

Veröffentlicht von

Matthias Haun

Neben den beide Berichten über Peking und Nordkorea zeige ich Spots auf urbane Räume in Asien, Europa und den USA auf meiner Seite: Stadterkundung.com

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